nächster Termin Bürgerparlament Region Ebersberg

Am 19.04.18 hat das erste Bürgerparlament in der Region Ebersberg stattgefunden.

Ziel war es, einen Konsens zu finden was mit dem durch die Bürgerkarte erwirtschafteten „Bürgervermögen“ von 4386 EUR passieren soll.

Über 40 Vorschläge und Ideen sind an dem Abend entwickelt worden. Am Ende war die Zeit dann aber zu knapp, um zu entscheiden, wie das Bürgervermögen für die einzelnen Vorschläge verwendet werden soll.

Das Bürgerparlament hat deshalb beschossen, die Sitzung am Donnerstag 07.06.18 um 19:00 Uhr im Landratsamt in Ebersberg fortzuführen.

Mit den vorhandenen Vorschlägen wird weitergearbeitet, jedoch sollen auch noch neue eingebracht werden können. Das Bürgervermögen kann durchaus auf mehrere Projekte verteilt werden.

Das Bürgerparlament ist gefördert durch GRASS21 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ 

Ausführlicher Bericht: 

Nach den einleitenden Worten von Landrat Niedergesäß stellte Klaus Kopp die Moderatorin, Frau Solveig Grundler vor. Den Abend gestaltete sie mit der aus Amerika stammenden Methode  „dynamic facilitation“. Mit dieser Methode wurden bereits die drei Bürgerparlamente im Lkr. Landsberg-Lech erfolgreich abgehalten.

Eine Besonderheit im Landkreis EBE ist, dass hier gar nicht so viele persönliche Bürgerkarten ausgegeben sind, sodass die Nutzer nicht identifiziert werden können. Viele haben hier wohl die Anonymität der Bürgerkarte geschätzt. Das heißt aber auch, dass alle Nutzer ohne diese personalisierte Bürgerkarte nicht persönlich eingeladen werden konnten. Deshalb hat sich Klaus Kopp vor Beginn bei den Teilnehmern versichert, dass alle Anwesenden aktiv am Prozess teilnehmen dürfen. Außerdem erklärte er die Besonderheit des Bürgervermögens: ohne Antrag, ohne Abrechnungsvorschriften und ohne Autoritäten kommt es durch viel kleine und große Einkäufe zusammen. Dabei bekunden die Käufer ihren Willen, die Wirtschaft in der Region zu stärken und bestimmte Projekte zu fördern. Es ist ein Vermögen, das die Bürger für sich als Gemeinschaft kreiert haben. Die teilnehmenden Geschäfte haben das möglich gemacht und binden damit ihre Kunden für das Gemeinwohl.

 „Wozu soll das Bürgervermögen von 4386,19 EUR verwendet werden?“

 war die Frage, die über 30 Menschen in den Hans-Beham-Saal geführt hat.

Solveig Grundler erklärte die Regeln:

  • ·        Es spricht immer nur einer
  • ·        Jeder im Saal darf Vorschläge machen 
  • ·        Diese werden auf Tafeln geschrieben
  • ·        Zusätzlich gibt es eine Tafel für Bedenken und eine für Fakten

Am Ende standen 45 Vorschläge auf den Tafeln. Einige davon waren ähnlich, und wir versuchten, zu kombinieren und Verschiedenes unter einen Hut zu bringen, doch die veranschlagte Zeit (bis 22:00 Uhr) war dafür nicht aussreichend. 

Das Bürgerparlament hat deshalb beschossen, die Sitzung am Donnerstag 07.06.18 um 19:00 Uhr im Landratsamt in Ebersberg fortzuführen.


Einleitung zum ersten Bürgerparlament

Die Bürgerkarte fördert nicht nur Vereine. Sie führt darüber hinaus zu einem regionalen Bürgervermögen für besondere Bürgerprojekte, über  dessen Verwendung die Bürger in dem eigens dazu einberufenen Bürgerparlament entscheiden.

4.386,19 Euro sind im Landkreis Ebersberg bereits zusammengekommen. 

Für welche Projekte die Summe verwendet werden soll, wird unter der Schirmherrschaft des Landrates am 19. April 2018, um 19 Uhr im Bürgerparlament im Landratsamt in Ebersberg entschieden. 

Die Veranstaltung ist öffentlich. Stimmberechtigt sind alle Bürgerinnen und Bürger mit einer persönlichen und auf die Region Ebersberg ausgestellten Bürgerkarte, sowie die Vertreter der Förderprojekte und der bei BÜRGER-vermögen-VIEL teilnehmenden Geschäfte und Firmen aus dem Landkreis Ebersberg.

Das erwartet Sie: 

Beim Bürgerparlament handelt es sich um eine nach der Methode „dynamic facilitation“ professionell moderierte Veranstaltung mit dem Ziel, gemeinschaftlich Ideen zu finden und am Schluss im Konsens zu entscheiden was mit dem jährlich erwirtschafteten „Bürgervermögen“ geschehen soll. 

Voraussetzung für die Teilnahme ist nicht, dass Sie mit fertigen Ideen kommen. Erfahrungsgemäß entstehen diese im Laufe des Abends, der vollkommen offen beginnt und bisher jeweils für alle Teilnehmenden inspirierende und unerwartete Ergebnisse hervorbrachte.

Das „Bürgervermögen“ resultiert aus allen Bürgerkarteneinkäufen. Es ist dazu gedacht, über die einzelnen Förderprojekte hinausgehende Ideen zu ermöglichen. Bereits über die Bürgerkarte geförderte Vereine und Projekte können somit zumindest nicht direkt als Projekt gefördert werden.  

Stattdessen geht es an diesem Abend um das gemeinschaftliche Entwickeln von ganz neuen eigenständigen Projektideen. Selbstverständlich können die Projektideen aber an das Engagement von Förderprojekten anknüpfen – oder im weiteren Sinne damit zu tun haben.

 

So wollen mehr über die Methode „dynamic facilitation“ erfahren?

Die Moderatorin Solveig Grundler, Geschäftsführerin der Firma agorakomm,  unterstützt Bürger-vermögen -viel seit bereits drei Jahren.

Sie schlug das besonderes Dialogverfahren von „dynamic facilitation“ für das Bürgerparlament als die passende Methode vor – und in der Tat, innerhalb von gut zwei Stunden durchleben die Teilnehmer einen überraschenden Prozess: so ergebnisoffen und inhaltlich diametral wie das Parlament beginnt, so eindeutig und konsensual endete es bisher jeweils.

Was ist eigentlich das Geheimnis der Methode?

Klaus Kopp: Frau Grundler: Was ist eigentlich das Geheimnis der Methode? Wie kommt es zu dem am Anfang unmöglich erscheinenden Konsens von so unterschiedlichen Menschen und Ideen?
Solveig Grundler: Also garantieren kann ich das natürlich nie. Aber die Chancen stehen in der Tat sehr gut. Ich denke es liegt daran, dass der Prozess sehr assoziativ verläuft – was einfach gut für die Ideenfindung ist. Ich führe also die Moderation nicht eng – sondern gebe weiten Raum für alles, was den Teilnehmern so in den Sinn kommt.
Klaus Kopp: Und was ja auffällt ist, dass Sie sehr viel mitschreiben.
Solveig Grundler: Ja, das stimmt. Das jeweils Gesagte wird mitvisualisiert und an großen Tafeln festgehalten. So geht nichts verloren – werden aber auch endlose Wiederholungsschleifen vermieden. Das ist für alle sehr beruhigend.
Klaus Kopp: Anders als der Begriff Parlament ja suggeriert, wird nicht wie im Wirtshaus gestritten, sondern eher ruhig gesprochen.
Solveig Grundler: Dynamic facilitation setzt auf das gegenseitige Zuhören. Es spricht immer nur eine Person und die so lange wie sie möchte. Das ist am Anfang sehr überraschend. Das man aussprechen darf. Aber nach einer Weile wird klar: es ist bereits alles im Raum. Sogar sichtbar. Dann wird es schwierig, noch etwas wirklich Neues zu sagen. Und da wird es dann auch immer stiller und ruhiger. Und aus der Ruhe heraus wächst dann der Konsens. Das sind manchmal magische Momente. Und aufgrund dieser Momente liebe ich die Methode so. 
Klaus Kopp: Was müssen die Teilnehmer wissen oder mitbringen, wenn Sie kommen?
Solveig Grundler: Notwendig ist nur ein wirkliches Interesse an dem Thema und die Bereitschaft, sich auf die Methode einzulassen. Der Rest kommt von selbst.


Ideen, Vorschläge und Wünsche über die Verwendung des Bürgervermögens können jederzeit per E-Mail an info@bvvev.de gesendet werden.

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